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Inland Empire
mit Laura Dern, Jeremy Irons, Justin Theroux, Harry Dean Stanton, Peter J. Lucas, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 12,99 EUR 9,99
(3 gebraucht ab EUR 5,49)
Erscheinungsdatum: November 2007
Durchschnittliche Bewertung: 3.5 von 5 Punkten
Inland Empire - A Woman in Trouble DV
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
5 Kommentare:
Ein Film, der wieder einmal die Meinungen teilt
Nikki Grace, deren Ruhm als Schauspielerin deutlich verblasst ist, erhält ihre wohl letzte Chance auf ein Comeback. Für den Regisseur Kingsley Stewart soll sie die Hauptrolle in einem Film an der Seite von Devon Berk übernehmen. Doch schon bei den Proben zu dem Film häufen sich die Merkwürdigkeiten. Kurz vor Drehbeginn erfahren die beiden Hauptdarsteller, dass der Originalfilm nie fertiggestellt werden konnte, weil die damaligen Schauspieler ermordet wurden... Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft vermischen sich auf beängstigende Weise mit Fiktion und Realität.


Filme von David Lynch haben schon immer die Meinungen extrem gespalten, denn sind seine Werke doch für die eine Seite an Genialität kaum zu überbieten, so präsentieren sie sich doch für viele Leute lediglich als Ansammlung schwer zusammenfügbarer Puzzle-Teilchen, deren Deutung in den seltensten Fällen logisch oder leicht nachvollziehbar erscheint. Was der Meister des Mystery-Thrillers jetzt aber mit "Inland Empire" abgeliefert hat, setzt dem Ganzen doch die Krone auf, denn offenbart sich doch von der ersten Minute an eine Geschichte, die so ineinander verschachtelt ist, das es selbst dem aufmerksamsten Zuschauer äusserst schwer fallen dürfte, eine wirkliche Struktur zu erkennen. Dabei verlaufen die ersten 45 Minuten noch verhältnismäßig normal, wobei der Ausdruck normal immer unter dem Aspekt zu sehen ist, das es sich hier um ein Werk von Herrn Lynch handelt.

Danach allerdings wird die Aufmerksamkeit des Betrachters doch extrem auf die Probe gestellt, denn nicht selten überkommt einen das Gefühl, das die Geschichte nun vollkommen aus dem Ruder läuft und nur noch über die surreale Schiene läuft. Erschwerend kommt hinzu, das sich das Geschehen auf insgesamt drei Zeit-Ebenen abspielt (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft), die sich so intensiv und phasenweise wirr miteinander vermischen, das es wirklich nicht leicht ist, den dargestellten Ereignissen auch nur einigermaßen zu folgen. Andererseits liegt aber ganau darin der ganz besondere Reiz des Filmes, der durch die Vermischung von Realität und Fiktion eine ungeheuer faszinierende Wirkung auf den Zuschauer ausübt, der man sich trotz teilweise auftretendem Unverständnis für die Zusammenhänge nur sehr schwer entziehen kann. Lynch hat wirklich einmal wieder alle Register gezogen, um ein sehr bizarres Szenario zu erschaffen, das für mehr als nur vorrübergehende Verwirrung sorgt und im Endeffekt die Deutung des Gesamt-Geschehens vollkommen in die Hände des Zuschauers legt, der sich nun seinen Reim auf das teils recht konfus erscheinende Gesamtbild machen muss.

Dazu passt auch das Einfügen skurriler Figuren (Darsteller im Hasenkostüm) und ein vermehrtes Auftreten diverser Charaktere, von denen man einige gar nicht so recht einordnen kann. Erst im späten Verlauf der Geschichte ergeben sich hier einige Zusammenhänge, so das man die Berechtigung der meisten Charaktere zuordnen kann und sich somit einen besseren Eindruck über das Gesamtgefüge machen kann, das ansonsten doch extrem verschachtelt ist.

Im Prinzip gibt es in dieser sehr surrealen Story nur eine einzige Konstante und das ist die Angst, die durch Mimik, Erzählungen oder diverse Andeutungen immer wieder in den Focus des Geschehens tritt. Man kann dies dabei nicht an einer bestimmten Sache festmachen, man merkt lediglich die gesamte Laufzeit über, das die Thematisierung der Angst im Allgemeinen der Hauptbestandteil dieser Geschichte ist, die ansonsten hauptsächlich durch ihre surrealen Einflüsse auffällt, die meiner Meinung nach um ein Vielfaches höher sind als in anderen Filmen von David Lynch. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das insbesondere bei "Inland Empire" die Meinungen noch stärker auseinandergehen und selbst eingefleischte Lynch-Verehrer diesem Film mit großer Skepsis begegnen. Denn ist doch in vorliegendem Fall wirklich fast alles der eigenen Sichtweise des Szenarios untergeordnet, weshalb man auch gar nicht weiter auf die Story eingehen sollte, die man anderen gar nicht richtig näherbringen kann, was meiner Meinung nach auch vollkommen beabsichtigt ist.

So sollte man auch die kurze Inhaltsangabe, die sich ja noch recht normal liest, lediglich als Grundgerüst für einen Film nehmen, der doch in den meisten Passagen wie ein wirrer Drogen-Cocktail erscheint, in dem man mit scheinbar zusammenhanglosen Puzzle-Teilchen konfrontiert wird, die aber im Endeffekt doch irgenwie einen Sinn ergeben, wenn man sie richtig einordnet. Doch gerade diese Einordnung ist sichtlich schwer und hängt ganz eindeutig von der Betrachtungsweise eines jeden Einzelnen ab. Wer jedenfalls auf intelligentes Kopf-Kino steht, das im Endeffekt keine logische Aufklärung der Geschehnisse bietet und somit seine Deutung vollkommen in die Hände des Betrachters legt, der das Szenario selbst interpretieren muss, der sollte sich diesen fantastischen, aber sehr schwer nachvollziehbaren Film keinesfalls entgehen lassen, der irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt ist. "Inland Empire" ist ganz sicher kein Film, der für das breite Mainstream-Publikum geeignet ist, sondern vielmehr für eine kleinere Gruppe, der es auch überhaupt nichts ausmacht, knapp 3 Stunden intensivstes Kopf-Kino über sich ergehen zu lassen. Wenn man dazu bereit ist, wird man aber auf jeden fall mit einem erstklassigen Film-Erlebnis bedient, das einem auch im Nachhinein noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten wird.


Fazit:


Man sollte gar nicht erst versuchen, einen Film wie "Inland Empire" wirklich zu verstehen, denn das wird man wohl nie so richtig. Doch gerade darin liegt wohl die Absicht des Regisseurs, nämlich die Bewertung und die Deutung der Geschehnisse in die Verantwortung des Zuschauers zu legen. Lynch hat bewust lediglich ein Grundgerüst geliefert, das sich durch seine starken surrealen Einflüsse in ein Gesamtkonstrukt verwandelt, das jeder anders interpretiert. Der dabei entstehende Spielraum für eigene Interpretationen ist so riesig, das jede Menge Diskussionsstoff geliefert ist. Erstklassige Darsteller, von denen sich die brillant agierende Laura Dern noch einmal zusätzlich positiv abhebt, machen dieses Werk zu einem der wohl aussergewöhnlichsten Film-Erlebnisse, die man in den letzten Jahren bewundern durfte.

Das war nichts, Mr. Lynch!
Nun, ich bin langjähriger David Lynch Fan und habe mich sehr auf Inland Empire gefreut. Was ich dann zu sehen bekam, hat mich leider maßlos enttäuscht. Nichts ist von der Faszination vergangener Meisterwerke, allen voran Lost Highway, geblieben. Keine skurrilen Charaktere, kein meisterhaftes Zusammenspiel von Schnitt/Bild/Ton/Soundtrack, keine bedrohliche, unheimliche Atmosphäre, nur ein lachhaft billig gefilmtes Kasperletheater (die Hasenszenen bilden die Spitze des Eisbergs) mit einer besonders im letzten Drittel unfreiwillig komisch agierenden Laura Dern. Jeremy Irons und Harry Dean Stanton haben leider nur einige kurze Szenen. Dazu ein paar halbnackte tanzende Mädels, alles ohne Sinn und Verstand und vor allem ohne das Genie vergangener Lynch-Werke. Nicht das ich einen Film mit geradliniger Story erwartet hätte, dafür jedoch mit Atmosphäre... diese fehlt leider komplett. Schade, selbst wenn man nach 4-maligem Ansehen vielleicht einen Sinn im Ganzen finden sollte, so interessiert dieser nicht wirklich, weil es einfach keinen Spaß macht, sich dieses Machwerk anzuschauen. Stattdessen lieber einen von Steven Seagals letzten in Osteuropa gedrehten Actionfilmen ansehen, die sind in etwa genauso billig gedreht, dafür jedoch um Längen unterhaltsamer. Diese Provokation mußte sein.


Ein schwaches Werk
Irgendwie scheint es, als habe sich Herr Lynch bei diesem Film keine Mühe geben wollen, und das merkt man dem Streifen in jeder Hinsicht an. Man erwartet natürlich keine "straight story", aber nach spätestens einer halben Stunde verliert sich jeder rötliche Faden und der Film wabert durch etlich aneinander gereihte, sich gleichende Szenen mit düsteren Räumen und noch düsteren Gesichtern. Wer glaubt, wenigstens mit ästhetischen Bildern, herausstechenden Dialogen oder einem eingermaßen erhellenden Ende entschädigt zu werden, irrt sich. Vielleicht etwas für ganz hartgesottene Lynch-Fans, aber für alle übrigen kein Vergnügnen und nicht annähernd so gelungen wie der Vorgänger Mullholland Drive.

Tja...
...was soll ich sagen?

Ich mag David Lynch Filme und habe generell eher eine Vorliebe für Filme mit einer etwas "anderen" Story. Die Story (falls man es so nennen kann) mit der der Zuschauer es hier zu tun hat, ist zwar sicherlich alles andere als konventionell und leicht zu durchschauen, schafft es aber im Gegensatz zu anderen Lynach Filmen (Blue Velvet, Lost Highway) überhaupt nicht so etwas wie Atmosphäre oder Spannung zu erzeugen. Bei Mullholland Drive wusste ich zwar am Ende auch nicht mehr so genau, wie der Film eigentlich angefangen hatte, war aber dennoch die ganze Zeit über bei der Handlung und habe versucht dieser zu folgen. Im Gegensatz dazu bin ich bei Inland Empire, so blöd das jetzt klingt, nach ungefähr zwanzig Minuten eiskalt eingeschlafen und während des restlichen Films auch nicht mehr wirklich wach geworden. Es gibt in diesem Film absolut gar nichts fesselndes. Das ganze ist meiner Meinung nach eher eine Kollage als ein Film und sollte wirklich nur von Leuten angesehen werden, die mindestens im 40sten Semester Kunst oder Dramaturgie studieren.


Wer sich mit Lynch Filmen auseinandersetzen will, dem empfehle ich zum Einstieg Lost Highway oder Blue Velvet und als Vertiefung dann eventuell noch Mullholland Drive. Wem diese Filme gefallen, der kann sich an Santa Sangre oder El Topo heranwagen. Um das Inland Empire kann man aber getrost auch einen Bogen machen.

Verwirrend - Verwirrender - Lynch
Also was Lynch da mit dem Zuschauer macht ist zwar absolut legitim, aber nicht gerade fair. ;-)
Trotzdem ist und bleibt David Lynch für mich einer der besten Regisseure.
Seine Filme sind absolut anstrengend, aber auch ebenso schön! Licht, Ton, Bildausschnitte; alles perfekt! ...herrlich.
"Inland Empire" zählt sicher zu den verwirrendsten und anspruchsvollsten Filmen und selbst für Lynch-Maßstäbe wurde hier noch mal eine Kelle draufgelegt.
Fast 3 Stunden Film ohne (oberflächlich) erkennbaren Sinn, inklusive Riesenhasen, guter Musik und tollem Bild (alles mit DV-Kamera gedreht, Klasse!)
Nur der Schluss ist seltsam un-lynchig, was eigendlich schon wieder gut ist.
Fazit:
Es gibt hier meiner Meinung nach in etwa so viele Kritikpunkte, mit denen ein Fan jemanden überzeugen kann, dass der Film genial ist, wie Punkte, anhand derer ein Lynch-Gegner zeigen könnte, dass alles absoluter Mist ist.
Also:
Nur für diejenigen zu empfehlen, die schon mit dem Lynch-Kosmos vertraut sind und ihn zu schätzen wissen, oder jene, die schon immer einmal das genaue Gegenteil von Mainstream-Kino sehen wollen!

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Blue Velvet
mit Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 9,99 EUR 6,99
Erscheinungsdatum: August 2009
Amazon.de-Verkaufsrang 3907
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
In Blue Velvet wirft David Lynch einen Blick hinter die weißen Palisadenzäune Kleinstadt-Amerikas und bringt eine korrupte Schattenwelt aus Boshaftigkeit, Sadismus und Wahnsinn zum Vorschein. Gleich von der Eröffnungsszene an verwandelt er die Postkartenbilder von Mittelklasse-Eigenheimen und von Bäumen gesäumten Straßen in eine traumartige Vision, die an einen Albtraum grenzt.

Nachdem sein Vater in einer geradezu übernatürlich gruseligen Sequenz zusammenbricht, kehrt ein College-Student (Kyle MacLachlan) nach Hause zurück und findet durch Zufall auf einem leeren Grundstück ein abgeschnittenes menschliches Ohr. Mit der Unterstützung eines unschuldig-süßen Highschool-Mädchens (Laura Dern) wird er zum Nachwuchsdetektiv und gerät in eine erschreckende, jedoch aufregende Welt von Voyeurismus und Sex. Er wird immer tiefer in die brutale Welt des Drogendealers und Erpressers Frank hineingezogen, der wie vom Wahnsinn getrieben, von einem Obszönitäten brüllenden Dennis Hopper gespielt wird. Konfrontiert mit reiner, unerklärlicher Bösartigkeit verliert er seine Unschuld und seine moralische Orientierung. Eine auf geradezu erschreckende Weise verzweifelte Isabella Rossellini ist Hoppers Sexsklavin und wird zu MacLaughlins heimlicher Geliebten, während sich Dean Stockwell durch seine Rolle als Hoppers angeblich weltmännischer Kumpel schnurrt.

Lynch verleiht seinen surrealen Motiven eine strenge, gespenstische Einfachheit, die der Komponist Angelo Badalamenti mit seinem sanft-unheimlichen Soundtracks noch unterstreicht. Blue Velvet ist ein beunruhigender Film, der in die tiefsten Bereiche psychosexueller Brutalität vordringt und damit nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Aber für jemand, der sehen will, wie die Fundamente der Welt des Kinos erschüttert werden, bietet David Lynch ein albtraumhaftes Meisterwerk. --Sean Axmaker
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kommentare:
Licht und Schatten
Bisher habe ich nicht viele Filme von Lynch gesehen, wenn ich jedoch nach dem Großteil der Filmfans gehe, so liegen die Meisterwerke noch vor mir ( Mulholland Drive, Lost Highway ). Und ich bin gewillt den Leuten zu glauben, denn Blue Velvet ist alles andere als perfekt.

Der Film ist ein Wechselbad der Gefühle. Mal staunte ich wirklich wegen dem was ich dort auf dem Bildschirm sah, aber mindestens genauso oft konnte ich einfach nur den Kopf schütteln ob einer weiteren total unlogischen Szene. Aber der Reihe nach.

Das die Filme von Lynch meistens sehr viele Interpretationen zulassen ist mir bewusst. So konnte man auch in Blue Velvet manchesmal seine eigenen Vermutungen anstellen, was mit dieser oder jener Kameraeinstellung gemeint sein sollte.

--- SPOILER! ---

Ein Beispiel wäre an dem Abend als Kyle Laura zum ersten mal begegnet und beide die Straße entlang gehen. Dabei sieht man auf der rechten Seite einen dicklichen Mann stehen, welcher einen kleinen Hund an der Leine hält. Die Kamera verharrt für einen ganz kurzen Moment auf diesem Charakter und schwenkt dann wieder zu den beiden Personen die auf dem Gehweg vorbeigehen. Mir ist aber schon dort aufgefallen das der Mann quasi falsch steht. Er steht auf einer Rasenfläche und der Hund auf dem Gehweg. Eigentlich müsste es ja andersherum sein.

--- SPOILER ENDE! ---

Jetzt aber zum eigentlichen Film. Die Schauspieler spielen bis auf wenige Ausnahmen solide. Laura Dern kann man keinen Vorwurf machen. Auch Isabella Rossellini als Sängerin macht einen ordentlichen Eindruck. Doch wo es Licht gibt ( Hopper ), existiert meist auch Schatten ( Kyle MacLachlan ). Dieser spielt bis auf wenige Ausreisser so emotionslos das man ihm am liebsten zurufen möchte, es doch einfach mal mit mehr Mimik zu versuchen. Ich will mir da jetzt nicht zu sehr ein Urteil erlauben, aber das war in meinen Augen eine klassische Fehlbesetzung. Und dann gab es, wie oben schon erwähnt, Szenen die jeder Logik wiedersprachen

--- SPOILER! ---

Als der Hauptcharakter im Fahrzeug auf eine Tour mitgenommen wird und die Gruppe auf einem Feld anhält, will sich Hopper erneut vor den Augen von MacLachlan an Rossellini vergehen. Das MacLachlan dann Hopper anschreit ( wow, ein Gefühlsregung ) er solle es unterlassen und ihm dann zur Krönung noch eine reinhaut ist völlig aus der Luft gegriffen. Niemand, wirklich niemand würde sich etwas deratiges in dieser Lage trauen, wenn ihm auch nur ein Stück an seinem Leben liegt.

--- SPOILER ENDE! ---

Das positive an dem Film kann man an zwei Punkten festmachen. Der erste ist defintiv der Soundtrack mit einem sehr schönen Blue Velvet als Theme. Der zweite Punkt betrifft Dennis Hopper. Selten hatte ich in letzter Zeit so ein beängstigendes Gefühl bei einem Charakter. Er spielt sich wahrhaftig die Seele aus dem Leib. Man nimmt ihm die Figur in jeder Sekunde ab und so ist es auch nicht verwunderlich das die Szenen in denen Hopper auftritt zu den besten des gesamten Films gehören. Diese zwei Sachen retten das Werk vor dem Durchschnitt.


Gut und heftig
habe den Film zwar schonmal vor Jahren gesehen, ihn aber nicht mehr ganz im Gedächtnis gehabt.

Es wird gezeigt.
Tolle Darstellung von hochrangigen Schauspielern (damals wohl tlw. unbekannter) einer recht bizarren Welt mit teilweise überspitzen Charakteren.
Ein Kultfilm den man gesehen haben sollte.
Zuviel Sex wird nicht gezeigt, aber es ist auch kein Keuscheitsfilm (Moralapostel sollten ih meiden).

Die Zugaben geben gute Hintergründe über die Entstehung des Films und technisch hatte ich nichts auszusetzen.

Dennis Hopper in seiner besten Rolle
"Blue Velvet" war mein persönlicher Einstieg in die Welt des David Lynch und ist ein überragender Psychothriller mit einer für Lynch verhältnismässig stringend aufgebauten Story, die sadomasochistische, fetischistische und voyeuristische Motive kongenial in die Handlung und die Bilder integriert. Hier wird kein fader Krimi mit sexuellen Motiven aufgepeppt, erotische Motive sind hier wirklich ein Teil der Handlung, ja mehr noch, die Erotik und die Emotionalität der Figuren machen erst den eigentlichen Thrill aus. Es ist im Grunde vor allem ein Film über das Erwachsenwerden, über Sexualität und Verführung, über Verborgenes und Verdrängtes. Isabella Rosellini ist wunderbar als verführerische wie verletzliche femme fatal, Laura Dern verkörpert überzeugend das All-American-Girl. Und Dennis Hopper liefert in dem Film als hochgefährlicher Gangster und Psychopath Frank Booth seine absolut beste Leistung ab, er beherrscht jede Szene, in der er auftritt, spielt alle anderen an die Wand. Der Film ist klasse, aber Dennis Hopper spielt wirklich dermassen gut, dass der Film ohne ihn wahrscheinlich trotz aller Qualitäten nur halb so gut wäre.

Gäähhhhn,was soll hier bitte begeistern?
Vorweg,ich bin ein großer Fan von Lynch,vor allem Lost Highway und Mulholland Drive haben mich fasziniert und ich schaue sie mir immer wieder gerne an,weil sie mich in diese verwirrte Welt bringen in der man immer wieder nach neuen Details und Antworten sucht und die Atmosphäre ist unvergleichlich.Von Twin Peaks will ich garnicht schreiben ein Meisterwerk,das beste was im Tv jemals lief.23 Jahre nach Veröffentlichung habe ich nun gestern Blue Velvet gesehen,das angebliche Meisterwerk von Lynch und ich fand den Film zum einschlafen.Atmosphäre keine!,Langeweile,OJe ein Ohr wird gefunden,ein Junger mann recherchiert,findet masochistische Sängerin,bösen Gangster bla,bla,bla.Ja es handelt alles in einer netten kleinen Vorstadt,sämtliche Schauspieler langweilten mich,bis eventuell auf Hopper.Action gleich Null,Tiefgang gleich null.Hilfe-ich war froh als es vorbei war-Einmal gesehn reicht fürs ganze Leben.Vielleicht hat der Film vor 23 Jahren geschockt oder begeistert,aber mich hat er nur gelangweilt und kann in keinster WEISE mit den Nachfolgefilmen von Lynch mithalten.Absolut nicht sehenswert,2 Sterne weil Lynch danach so geniale Filme gemacht hat.

Eigenartige Machart aber ...
wenn man Lynch Fan ist ....
Seltsame Machart , eben ein weiteres Lynch Machwerk ( Ala Twin Peaks )
Mir gefällts recht gut



© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
mit Justin Theroux, Naomi Watts, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 16,49 EUR 9,89
(11 gebraucht ab EUR 4,94)
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
Amazon.de-Verkaufsrang 3255
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Die Aporien eines Identitätsdramas
Bereits bei der Produktion von Twin Peaks (1990) kam David Lynch zehn Jahre zuvor die Idee zu Mulholland Drive, der eigentlich zunächst als Pilotfilm zu einer neuen Serie konzipiert war. ABC lehnte allerdings die Ausstrahlung ab. Mit Nachdrehs wurde schließlich die Kinofassung erstellt, die in Cannes 2001 letztendlich die Goldene Palme für die beste Regieleistung gewann. Einen unmissverständlichen Verweis auf Twin Peaks kann man bereits im Vorspann entdecken. Denn das "Mulholland Drive Theme", das mit einem überdeutlich nach vorn gemischten E-Bass einen bedrohlichen tieffrequenten Ton erzeugt und mit synthetischen Streichern die Fahrt einer Limousine ins Ungewisse der Nacht beschreibt, wurde von Angelo Badalamenti kompositorisch unmittelbar aus dem "Laura Palmer Theme" abgeleitet.

In den Hollywood Hills fällt auf dem sagenumwobenen Mulholland Drive eine unbekannte Schöne der Nacht erst einem Anschlag und dann einem Unfall zum Opfer. Nur mit ein wenig Bargeld und einem ominösen blauen Schlüssel im Beisein irrt sie unter Amnesie durch die Stadt und quartiert sich schließlich heimlich in einem Appartement ein, das von Betty aus Ontario bezogen wird, die in LA auf eine große Karriere als Filmstar hofft. Die Unbekannte gibt sich gegenüber Betty als Rita aus, in Hommage an Rita Hayworth deren Filmposter sie im Appartement sieht. Gemeinsam begibt sich das gegensätzliche Paar auf Spurensuche, um Ritas Identität aufzuklären. Unterdessen spricht Betty für eine Rolle vor. Der Regisseur Adam Kesher hat die Rolle aber bereits auf Druck seiner Produzenten und der Mafia an ein talentloses Starlet namens Camilla vergeben. Als Rita glaubt eine gewisse Diane Selwyn zu sein, fährt Betty mit ihr zu deren Wohnung. Zu ihrem Entsetzen finden sie dort den Leichnam von Diane. Danach kommt es zu einer erotischen Annäherung zwischen beiden Frauen. In einem Traum besuchen sie ein Vaudeville-Theater, in dem ein Magier ein blaues Kästchen benutzt, zu dem Ritas geheimnisvoller blauer Schlüssel passt. An diesem Punkt verschiebt sich die Erzählebene von der Unwirklichkeit zurück in die Realität: Ist Betty in Wirklichkeit Diane und Rita etwa die Kesher aufgezwungene Schauspielerin Camilla? Hat Betty/Diane ihre Rivalin umbringen lassen wollen und danach Selbstmord begangen?

Auch als Endlosschleife montiert würde der Film ohne Brüche problemlos funktionieren. Denn die Unwirklichkeit beginnt am Anfang mit dem Fall in die Amnesie genau dort, wo die Realität mit dem Abspann schließt. Ähnlich einem immer wiederkehrenden Alptraum, den man sich nicht mehr entziehen kann. Der Irrealis der Progression setzt die logischen Kategorien des Seins, die sonst in den gewöhnlichen Erzählmustern gelten, außer Kraft: die Linearität der Zeit, die Eindeutigkeit des dreidimensionalen Raums und die Kontexte von Kausalität und Identität. Menschen wie Betty und Rita, die das Ergebnis der Entäußerung eines schizophrenen Bewusstseins sind, hat es in Lynchtown schon immer gegeben. In Lost Highway hießen sie Fred Madison und Pete Dayton, in Blue Velvet waren das Jeffrey Beaumont und Frank Booth. Sie alle sind als Gespaltene und Unbehauste einer tagträumenden Entfremdungsfantasie und den Aporien eines Identitätsdramas entsprungen, für das die am psychologischen Realismus ausgerichteten Interpretationen in der Verschiebung von Raum und Zeit zwangsläufig ins Leere laufen. Sie sind der Ausdruck der traumatischen Verunsicherungen eines Ichs, das nicht mehr Herr im eigenen Hause ist. Nirgendwo sonst verzerrt die subjektive Sichtweise der Protagonisten in cineastischer Genialität dermaßen bizarr die Realität wie bei Lynch. Auch bei Betty und Rita verschmelzen Illusion und Realität inmitten eines Rätselspiels um doppelte Identitäten, unerfüllte Leidenschaften, Entfremdung und einer Intrige in einem gespaltenen Ich. Eine finale Sicherheit und eine unanzweifelbare Wahrheit existiert nicht. In ihrer Aufgeschlossenheit und langsam erwachenden Neugier sind beide die typischen weiblichen Hauptfiguren aus Lynchs Universum, die in Form von Naomi Watts und Laura Elena Harring die überzeichnete Selbstbegeisterungsfähigkeit von Kyle MacLachlan (Twin Peaks) und die paranoide Lethargie von Bill Pullman (Lost Highway) ersetzen. Auf der Suche nach ihren verloren gegangenen Seelen bewegen sich die zwei Frauen in einem hermetischen Kosmos, in dem die Selbsterfahrung zum Horrortrip wird und wo stets in unmittelbarer Nachbarschaft zur heilen Welt der Traumfabrik das verdrängte Andere lauert. Denn in Mulholland Drive wird auch in karikierender Art und Weise mit dem gnadenlosen Film-Business abgerechnet. Mit der Abhängigkeit vom Geld, der Arroganz der Regisseure, der Macht der Studios, den Neurosen der Stars und all den Klischees, die längst zur Normalität geworden sind, an einem Ort, wo die Kunst immer mehr zur verkommerzialisierten Ware verkommt. So wirft Lynch einen stilisierten Blick auf die surrealen Sidewalks der Traumfabrik und kreiert eine verstörende Topographie seiner Wahlheimat Los Angeles, die nahtlos an Lost Highway anknüpft und teilweise in Inland Empire eine Fortsetzung fand.

Auf der DVD sind 45 Minuten an Bonusmaterial (Interviews, Trailer, ein englischsprachiges Making Of) vorhanden. Die Belehrungen der FSK und zur unautorisierten Vervielfältigung werden am Anfang in einer unüblich ausgedehnten Form vorgetragen und lassen sich leider nicht mit der Menütaste überspringen.


Als wüsste man`s ...
Dieser Film ist eines von David Lynchs` Meisterwerken. Nicht, dass ich auch nach dem fünften mal Sehen alles verstanden hätte aber darum geht es glaube ich auch nicht bei den Filmen dieses Verrückten.
Es geht um das Gefühl, was Filme wie "Mulholland Drive" hinterlassen: Nämlich die ganz sichere, tief in der Seele steckende Empfindung, dass es einem auf der Zunge liegt, was genau mit unserer Welt nicht stimmt.
Und dass definitiv etwas nicht stimmt, bekommen wir von Mr. Lynch mit jedem seiner Werke eindrucksvoll erklärt.

Schade nur, dass David L. so sehr wenig von einem Mainstream-Regisseur an sich hat und doch zumindest alle 5 Jahre einen neuen Film machen könnte.

Viel Vergnügen beim Träumen

Wirr, aber gut gemacht !
Wahrscheinlich weis nicht einmal David Lynch worum es in diesem Film eigentlich geht. Meine Interpretation geht kurz gesagt so: eine junge Schauspielerin will in Hollywood Karriere machen, verliebt sich unglücklich in eine andere junge Schauspielerin die anscheinend erfolgreicher ist, scheitert mit ihrem Traum von der Hollywood Karriere, landet in den Slums und verliert sich in einer Traumwelt aus Hollywoodmärchen und Rachefantasien. Als sie der bitteren Realität nicht mehr ausweichen kann, verübt sie Selbstmord.
Stilistisch finde ich diesen Film hervoragend gelungen. Die Schauspieler, besonders Naomi Watts, agieren auf höchstem Niveau. Es stört mich auch überhaupt nicht, dass jeder Zuseher seine eigene Sicht der Geschichte entwickeln muss, im Gegenteil. Alles in Allem, ich war noch selten von einem Film so gefesselt wie von diesem. Meiner Meinung nach ein absolutes Kunstwerk, und Kunstwerke müssen nun mal nicht logisch erklärbar sein !


No hay banda
Viele Menschen denken, das diejenigen denen "Mulholland Drive" gefällt, das nur behaupten um intelligenter dazustehen als sie selbst. Die Theorie wird gerne untermauert, indem man dem Film eine komplette Zusammenhangslosigkeit unterstellt und man glaubt, das die Verehrer des Films viel zu viel rein interpretieren.
Ich denke mal das der Film nichts mit Intelligenz zu tun hat. Er ist für eine ganz bestimmte Zielgruppe gedacht, die sich eher auf emotionaler Basis mit dem Film auseinandersetzt. Das ist wie in der Musik, wenn ein Künstler seinen Fans ein neues Album präsentiert. Er transportiert eigene Emotionen die seine Hörer in sich aufnehmen und verarbeiten. Liebhaber von anderen Musikstilen können dagegen überhaupt nichts mit der Platte anfangen, da sie emotional völlig anders gepolt sind. Sie reagieren eben widerum auf andere Eindrücke. Wieder andere möchten gar nichts durch Musik empfinden und sich lieber berieseln lassen.
David Lynch hat seine eigene Zielgruppe und dieser einen Leckerbissen serviert. Ohne Kompromisse und ohne das Ziel möglichst viele Außenstehende hinzuzugewinnen. Trotzdem haben sich genügend eingefunden, da sie seine gesendeten Signale empfangen konnten. Die Anderen haben ihren Empfänger eben einfach auf einer anderen Bandbreite.
Natürlich wird man aber trotzdem ohne ausreichender Konzentration und den Blick für unscheinbare Dinge, an "Mulholland Drive" scheitern. Um ihn nebenbei zu schauen ist er viel zu verschachtelt. Wenn man aber den Einstieg gefunden hat, erhält man eine künstlerische Offenbarung. Wenn man auf das Musikbeispiel zurückkommt, ist es wie bei einer guten Platte. Mit mehrmaligem Durchhören wächst das Verständnis für das Gehörte. Beim ersten Durchgang ist noch alles etwas ungewohnt, aber bei jedem Durchlauf wächst das Verständnis.
Wenn man trotz geringem Verständnis für das Gesehene emotional berührt war, hat man die erste Tür gefunden. Der Einstieg in die Handlung kann schon kurz danach, oder beim nächsten Durchgang erfolgen. Ganz entschlüsseln wird man ihn aber wohl nie.

Das hier aber wesentlich mehr als nur eine Aneinanderreihung von Szenen vorliegt, erkennt man an der Detailverliebtheit. Beispielsweise bekommt Rita ihren Namen durch ein Filmplakat des Film-Noir Klassikers "Gilda". Die Hauptrolle spielt Rita Hayworth, die im Alter übrigens an Alzheimer erkrankte. Natürlich kann man jetzt auch da einen Zusammenhang zum Gedächtnisverlust der Hauptdarstellerin herstellen. Zumindest ist das Plakat nicht zufällig gewählt, da David Lynch sehr viele Bezüge zum Film Noir aufweist. Zusätzlich sehen sich die beiden Ritas auch noch sehr ähnlich und es ist gar nicht so verkehrt wenn man den Film schonmal gesehen hat.
Als nächster Punkt wäre die Kritik an den Mechanismen in Hollywood anzumerken. David Lynch sah die Traumfabrik immer äußerst kritisch und nicht selten gab es unterschwellige, aber auch gut sichtbare Kritik. Ich bin völlig davon überzeugt das der Name des Films nicht einfach nur einen Straßenzug oberhalb von Hollywood beschreibt. Es ist eine Hommage. Eine Verbeugung vor Billy Wilders Meisterwerk "Sunset Boulevard". Der Film beinhaltete schon 1950 eine unglaubliche Kritik an den Machenschaften der so sauber anmutenden Scheinfassade der Studiogiganten. Eine Kritik die Lynch in "Mulholland Drive" ebenfalls deutlich hervorhob. Nicht umsonst ist neben dem Straßenschild vom Mulholland Drive kurz darauf das Straßenschild vom Sunset Boulevard im Hauptblickfeld der Kamera. Ich denke Mal das es in dieser Form viele Dinge gibt, die im Film zu finden sind. Da man allerdings nicht alle Filme bzw. Bücher gelesen hat die der Regisseur kennt, wird man vielleicht immer wieder Mal eine Metapher mehr im Lauf der Zeit entdecken.
Was aber die meisten am Film verwirrt sind die drei verschiedenen Ebenen. Oder sind es mehr? Es gibt eine Vergangenheit die real ist, eine reale Gegenwart und eine Traumwelt. Allerdings gibt es innerhalb der Traumwelt genügend Rückschlüsse die man in Verbindung mit den anderen beiden Ebenen sehen muß, da hier die Grundlagen des Traumes gebildet wurden. Hier kommen natürlich die Interpretationsspezialisten zum Zug. Viele Deutungen sind möglich und eventuell ist keine richtig. Wenn man aber den Eingang in die Chronologie findet, ist der Plot plötzlich gar nicht mehr so schwer zu verstehen.
Das was aber die Genialität des Filmes am meisten ausmacht ist gar nicht mal so sehr die Handlung, sondern vielmehr die geschaffene Atmosphäre. Selten hat mich ein Film so dermaßen in den Sitz gedrückt. Bei meiner Erstsichtung gab ich irgendwann einfach auf, der Handlung zu folgen, da mich vermehrtes Nachdenken nur um meine eigene emotionale Achterbahnfahrt gebracht hätte. Ich wollte ihn gar nicht verstehen, ich wollte ihm erliegen.
In den nächsten Tagen hatte ich nichts anderes mehr im Kopf als diesen Film und begann ihn dabei aus meiner Erinnerung heraus aufzuschlüsseln. Er ließ mich nicht mehr los, die Szene im "Club Silencio" begann mich innerlich aufzufressen.
Nach den ersten erstellten Theorien kam die zweite Sichtung und das Bild wurde klarer. Bei jeder Sichtung etwas mehr, ohne das ich meinen Gefühlszustand während dem Filmgenuss ändern mußte.


Ganz entschlüsseln werde ich ihn aber wahrscheinlich nie können, das wird nur David Lynch selbst vorbehalten sein. Muß ich aber auch gar nicht. Der Film soll für mich seinen unantastbaren Charakter beibehalten. Die brillante Musik von seinem Haus und Hof Komponisten Angelo Badalamenti, das fantastische Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen, die zum Teil grothesken Szenen und die kaum greifbare Surrealität die über allem schwebt, ergeben für mich als Ganzes eins der größten Meisterwerke der Filmgeschichte.

Versteckt sich Einfaches hinter dem Schwierigen?
Hat man diesen Film gerade gesehen, so sind es die merkwürdigen Rätsel, die einem in der Erinnerung bleiben. Wozu ist das Theater im Film eigentlich gut, in welchem ausgerechnet das Wort "Stille" (Silencio) eine so große Rolle spielt? Welche Funktion hat eigentlich dieser kleine blaue Kasten mit blauem Schlüssel - der auch noch seine Form zu ändern scheint - in der Handlung? Und warum erscheinen an kritischen Stellen der Handlung zwei alte Rentner, die auch noch mit einem geheimnisvollen Monster, welches auf der Rückseite eines Restaurants zu leben scheint, in Zusammenhang stehen? Und am schlimmsten: Wer ruft in diesem Film eigentlich wen und zu welchem Zeitpunkt an?

Wie üblich erhält man vom Regisseur und Autor David Lynch keine Antwort - selbst auf Nachfragen nicht. Auf der DVD ist als Extra ein Interview enthalten, in dem er sich über den Film äußert aber dabei ähnlich kryptisch bleibt, wie der Film selbst. Einen Anhaltspunkt gibt allenfalls das Gesamtwerk von Lynch. Der Film vor diesem war "Lost Highway", der Film nach diesem wurde "Inland Empire". Schon in "Lost Highway" erleben wir eine Art von Seelenwanderung - eine menschliche Identität hat plötzlich einen anderen Körper. Und in "Inland Empire" geht es um die Dreharbeiten zu einem Film und die Auswirkungen, die Fiktion in diesem Fall auf die Wirklichkeit haben kann. Und erinnern die merkwürdigen Nebenfiguren (die beiden Rentner, der Mann hinter dem Restaurant) sowie Räume (das Theater, der Raum mit dem kleinen Mann) nicht an "Twin Peaks"? Dort wie hier in diesem Film sind es Geisterwesen, die in das Leben der Menschen eingreifen und es letztendlich kontrollieren.

Aber man kann den Film auch ganz anders sehen. Lässt man den ganzen Lynchfirlefanz erst einmal außen vor (besser: stellt ihn zurück), so sehen wir eine ganz einfache Geschichte. Ein junges Mädchen namens Betty aus der Provinz hat einen Tanzwettbewerb gewonnen. In ihrer Heimat ist sie also glücklich, weil sie dort ein Star ist, aber sie will mehr, so geht nach Hollywood, wo sie Schauspielerin werden will. In der ersten Hälfte des Filmes sehen wir sie aktiv, jung, schön, diszipliniert, hoffnungsvoll. Doch dann gibt es einen Bruch, vielleicht ausgelöst durch die Liebe zu einer Frau, die schon länger in Hollywood ist und offenbar in großen Schwierigkeiten steckt. Diese Rita (deren wirklicher Name sich als Carmilla herausstellt - eine berühmte Vampirfigur aus dem 19. Jahrhundert) erscheint erst schwach, gewinnt in der Beziehung aber offenbar schnell die Oberhand. Als Carmilla Betty verlassen will, und sie dabei auch noch bewusst demütigt, ist das Leben für Betty offenbar vorbei. Die Karriere als Schauspielerin erscheint gescheitert, es gibt einen Hinweis, dass sie als einfache Kellnerin arbeiten muss (na, in welchem Restaurant wohl?) und ihre einzige Verwandte in Hollywood scheint auch noch gestorben zu sein. So versucht sie, die Freundin, die sie verlassen hat, zu ermorden und bringt sich dann selbst um. Eine von vielen gescheiterten Existenzen in der Traumfabrik. Eine Geschichte, die sich wahrscheinlich jedes Jahr in ähnlicher Weise dutzende von Malen wiederholt. Naomi Watts, deren Karriere erst mit diesem Film den Durchbruch geschafft hat, stellt diese Geschichte übrigens wirklich großartig dar, insbesondere in dem Wechsel vom hoffnungsvollen Anfang zum verzweifelten Ende. Man will da fast an eigene Erfahrung glauben.

Das Motiv der Wiederholung ist es, was nun einige der Absonderlichkeiten dieses Films zu erklären scheint. Was wir hier sehen, scheint eine Zeitschleife zu sein. Betty (alias Diane) setzt mit ihrem Mordauftrag am Ende des Films, der dann am Mulholand Drive zu Beginn des Films scheitert, die Handlung selbst in Gang. Schlimmer noch: Weil die verletzte Carmilla (alias Rita) sich in Bettys Apartment flüchtet, sorgt Betty für ihren eigenen Abstieg, da sie sich auf eine Liebesgeschichte einlässt, die sie selbst nicht mehr beherrschen kann. Man könnte also sagen, dass Betty hier selbst schuld ist, an dem was ihr widerfährt. Aber auch hier ist Lynch natürlich etwas weiter: Er weiß, eine Frau wie sie aus der Provinz mit großen Träumen kann nicht anders. Es gibt Kräfte (wie die Anziehungskraft Hollywoods, die großartige Filme schafft, aber Menschen eben auch zerstört), gegen die man keine Chance hat. Hier in diesem Film sehen die Kräfte aus wie Rentner, wie Cowboys, wie Dämonen hinter einem Restaurant. Und wie Hollywood dann wirklich funktioniert, dass kann man mit der Nebengeschichte des Regisseurs, der die Besetzung der Hauptrolle nicht selbst bestimmen darf, dann auch noch gleich beobachten. Viele Telefonate im Hintergrund spielen da eine Rolle. Und wer wen so alles kennt, ist auch immer wieder eine Überraschung wert.

Viele solch trauriger Geschichten gibt es in Hollywood, und viele Menschen scheitern, weil sie unglücklich verliebt sind und deshalb böse werden, egal ob die Protagonisten dieser Ereignisse nun Diane, Betty, Rita oder Carmilla heißen. Und auch damit wären wir wieder in der Welt von allen Filmen von David Lynch, wo hinter den bürgerlichen Fassaden und hinter kultivierten Gesichtern eben doch die Abgründe der Gewalt, der Sexualität und der Verwahrlosung hausen. Braucht es nun noch Geister, Würfel, Schlüssel und Zeitschleifen, um das alles auszulösen? Eigentlich nicht mehr wirklich. Und so mag meine einzige Kritik an diesem Film sein, dass es Lynch hier gelegentlich übertreibt, mit seinen langen Kamerafahrten, seinen Gadgets, seinen Rätseln. Das ist alles Input für die Fans, aber die eigentliche Geschichte hätte man auch einfacher erzählen können. Letztendlich trägt die kreative Idee, dass irgendeine Betty durch das Handeln irgendeiner Diane runiert wird, die ihr aber so ähnlich ist, dass sie sich auch hätte selbst ruinieren können, viele der mystriösen Szenen. Aber irgendwie gibt es dann doch mehr als genug davon.

Auf der anderen Seite: Gerade durch die Komplexität des Films sind so viele witzige und kreative Interpretationen veröffentlicht worden, dass man auch das als eine Bereicherung der Welt ansehen kann. Und so schließe ich jetzt einfach mit den Worten, es kann alles so sein wie hier beschrieben - oder auch nicht.

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
The Straight Story - Eine wahre Geschichte
mit Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Jane Galloway Heitz, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 28,99 EUR 10,99
(7 gebraucht ab EUR 7,30)
Erscheinungsdatum: Dezember 2000
Amazon.de-Verkaufsrang 4790
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Min Lieblingsfilm
Wow, was für ein Film! Grandios! Eindrucksvoll! Danke, dass dieser Film gedreht wurde! Ein Soundtrack zum Träumen und eine Geschichte zum Dahinschmelzen. Eine ruhige, manchmal melancholische, aber sehr zum Nachdenken anregende Geschichte. Diese Story hat es in der Tat in Wirklichkeit gegeben, was hätte ich drum gegeben, wenn ich einmal Mr. Straight getroffen und er mir einige von seinen Weisheiten mitgeteilt hätte. Meine Lieblingssatz in diesem Film: "Was ist das Schlimmste am Alter?".... "Die Erinnerung an die Jugend"... Dieser Film trifft den Nagel auf den Kopf, man entspannt sich, träumt vor sich hin und.. genießt.....5 Sterne!!

Wunderbare Ruhe.
The Straight Story ist ein Film für eine besondere Gattung Filmliebhaber.
Es ist nicht der Soundtrack oder die einschlagenden voll Eloquenz triefenden Dialoge, die diesen Lynch'schen Streich so extravagant machen. Es ist vielmehr die Ruhe, die jede einzelne Sekunde ausstrahlt und die Bilder ganz alleine für sich sprechen lässt.
Einfache Menschen mit menschlichen Problemen und eben mal nicht der typische "God bless our perfect America"-Aha-Effekt machen die Geschichte des alten Mr. Straight, der sich nach jahrelanger Funkstille mit seinem kranken Bruder auf einem alten Rasenmäher auf die Reise quer durch das Land zu diesem macht, auf dem Boden belassen und wunderbar angenehm anzuschauen. Man fühlt sich in seinem kleinen Abenteuer gefangen und leidet jedes kleine Ärgernis regelrecht am eigenen Leibe mit. E
s ist eine bewegende Geschichte mit einem großartigen Schauspieler und für jeden Filmfan ein Must-have-seen!

eine lange reise
the straight story ist ein sehr stiller, ruhiger film und genauso angenehm wird auch die geschichte erzählt. alvin straight hat sich in seinem gesamten leben immer auf seine eigene stärke verlassen und im fortgeschrittenen alter wird ihm nun bewusst, dass er seinen letzten lebensweg bereits beschreitet. seine hüften schmerzen, er erkrankt an diabetes und das rauchen sollte er auch einstellen, um seine letzten jahre noch genießen zu können. doch ist er mit dem gemeinsamen leben mit seiner tochter rose glücklich und möchte die zeit mit ihr genießen. rose selbst wird von den stadtbewohnern skeptisch betrachtet, da sie eine leichte geistige beeinträchtigung zu haben scheint, jedoch ist sie intelligenter, als die meisten menschen denken, welche ihr häufig mit vorurteilen begegnen.

eines tages erhält alvin die traurige nachricht, dass sein bruder, zu welchen er bereits 10 jahre keinen kontakt mehr aufnahm, einen schlaganfall erlitt.
hier beginnt die ungewöhnliche, tiefgründige reise zu seinen bruder, welcher ca. 400 kilometer weit entfernt wohnt. da alvin keinen führerschein besitzt und seine augen bereits schlecht sind, beschließt er mit seinem rasenmäher diese beachtliche strecke zu bewältigen. auf seiner reise trifft er auf unterschiedliche menschen und begebenheiten. ein mädchen das von zu hause geflohen ist, eine vom schicksal und dem alltag überforderte frau, einen kriegsveteranen und unter anderen, eine freundliche familie, welche ihren eigenwilligen gast offen aufnimmt. zusätzlich wird alvins eigene vergangenheit näher beleuchtet. verdrängte erinnerungen aus dem krieg, welche im unterbewusstsein lauern, die beziehung zu seiner geliebten tochter und deren leben, oder der streit mit seinem bruder. auf seinem umgewöhnlichen weg werden häufig philosophische fragen aufgeworfen, welche den zuseher zum nachdenken anregen. welche vorteile hat das alter? welche nachteile? manchen erinnerungen gibt sich der mensch gerne hin, während andere gemieden werden.

das besondere an diesem film ist, dass er gänzlich ohne spannungsbogen auskommt. alvin steht als protagonist im vordergrund und der zuseher schöpft neugierde aus neuen details über die vergangenheit dieses exzentrischen, aber freundlich wirkenden mannes. wie er den menschen auf seiner reise behilflich ist und wie diese auf ihn reagieren, wie er witterungen und gelegentlichen schwierigkeiten mit seinem rasenmäher trotzt und bis zum ende sein ziel beharrlich verfolg. er hat diese reise aus eigenem antrieb begonnen und möchte sie auch selbst beenden und bleibt seinerpersönlichkeit, meinung und prinzipien treu. die hübschen landschaften und die sehr selten eingesetzte musik, verstärkt die ruhige atmosphäre zusätzlich.

Poetisches Meisterwerk für gedulige Zuschauer
Ein 73 Jahre alter Mann möchte seinen kranken Bruder besuchen, mit dem er wegen eines Streits seit zehn Jahren kein Wort geredet hat. Er selbst ist körperlich alles andere als fit. Er braucht zwei Spazierstöcke, die er als Gehhilfen benutzt, und weil die Augen auch nicht mehr so gut funktionieren, kann er nicht mehr mit dem Auto fahren. Da es aber für ihn nicht in Frage kommt, sich fahren zu lassen, macht er sich mit seinem fahrbaren Rasenmäher auf den Weg, die Strecke von mehr als 400 km zu überwinden. Unterwegs hat er interessante Begegnungen.

Der Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist langsam erzählt und wunderschön fotografiert. Knallige Gags und Actionsszenen gibt es gar nicht. Alles geschieht still und leise, aber ungemein atmosphärisch. Auch der durchaus vorhandene Humor kommt leise daher. "The Straight Story" ist ein poetisches Meisterwerk, geschaffen von Kultregisseur David Lynch. Lynch, der sonst eher komplexe Filme dreht, die wohlmöglich nicht mal er selbst bis ins letzte versteht, und der durchaus auch einen Hang zu Gewaltszenen hat, überrascht hier mit einem kleinen Filmjuwel, das einige Momente der Rührung zu bieten hat und durchaus auch als Parabel auf das Leben gesehen werden kann. Einen solchen Überraschungsfilm würde ich mir von Quentin Tarantino auch mal wünschen.

Oscarnominierung 2000 für "The Straight Story" völlig zu Recht!
Der schräge Regisseur David Lynch wieder mal einen Film gemacht, der so recht in keine Schublade passt. Doch eins ist sicher: In den äußerst geschickt inszenierten 107 Minuten Film lehrt er den Zuschauer mehr tiefe Wahrheiten über das Leben mit seinen Höhen und Tiefen samt den einzigartigen Momenten, als es irgendeine Hollywood-Produktion der letzten 10 Jahre sonst vermocht hätte. Hauptdarsteller Richard Farnsworth, der den Alvin Straight auf dem Rasenmäher auf dem Weg quer durch die USA zu seinem Bruder spielt, wurde absolut zu Recht als bester Hauptdarsteller 2000 für den Oscar nominiert.

Dieser Film fasziniert und bewegt zugleich. Wer diesen Film nicht kennt hat wirklich etwas verpasst.

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
The Short Films Of David Lynch [UK Import]
mit Jack Nance, Michael Horse, Talisa Soto, Harry Dean Stanton, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 20,24 EUR 23,99
(1 gebraucht ab EUR 19,29)
Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
2 Kommentare:
Der frühe Lynch
Die ersten beiden (hauptsächlich) animierten Filmchen (Six Men Getting Sick, The Alphabet) sind gute Einsteiger in das später komplexer werdende Lynch-Universum, wobei Letzterer mehr Struktur hat (SMGS ist ein sich wiederholender, wenn auch phantasievoll-abstrakter Loop).
Erster echter Höhepunkt ist "The Grandmother" (1970, 34 Minuten) über einen Jungen, der von seinen Eltern psychisch wie physisch mißhandelt wird und sich eine eigene Bezugsperson in Form einer Großmutter "züchtet", die am Ende jedoch stirbt. Sehr interessant ausgeleuchtet, gestaltet und vertont. "Eraserhead" war hier schon zu erahnen.
Danach folgt "Amputee", ein Kurzfilm über eine beinamputierte Frau (gespielt von der späteren Log-Lady in Twin Peaks, Catherine Coulson), die einen Brief schreibt (dessen Inhalt aus dem Off erzählt wird), während eine Krankenschwester (von Lynch selbst gespielt; sieht man aber nur von hinten) sich an einem ihrer verbundenen Stümpfe eher unappetitlich zu schaffen macht, was Catherine Coulson aber völlig ungerührt läßt (4-5 Minuten; zwei Versionen).
Höhepunkt für mich ist der nach "Blue Velvet" entstandene "The Cowboy And The Frenchman" (1987, 27 Minuten), ein fast schon slapstickartiges Porträt voller Klischees über Amerikaner und Franzosen. Sehr witzig. Zudem der erste Film mit Dialogen. Mit dabei sind spätere Twin Peaks-Darsteller (Jack Nance, Michael Horse [spielt sinnigerweise einen Indianer] plus Harry Dean Stanton als schwerhöriger Vormann. Köstlich.). Set Decorator ist übrigens hier schon Frank Silva, der später (eher zufällig) "Bob" aus Twin Peaks spielen sollte.
"Lumiere" schließlich ist ein Mini-Mini-Filmchen, mit der legendären Kamera von annodazumal gedreht. Nun ja.
Leider keinerlei Booklet. Dafür gibt es bedächtige, schnörkellose Einleitungen zu den Werken von David Lynch hochselbst. Alles in englisch ohne Untertitel.

Und jetzt würde ich mir noch eine weitere DVD mit den darauf folgenden Kurzfilmen und vor allem endlich die Veröffentlichung der bizarren, völlig durchgeknallten siebenteiligen Mediensatire "On The Air"(1992) wünschen.

Kleine Meisterwerke
Für alle wahren Fans von David Lynch ist diese Kurzfilmsammlung ein absolutes MUß!! Die ersten Schritte des späteren "Mystery Meisters" in Film und Kunst sind faszinierend und aufschlußreich zugleich, nicht zuletzt wegen der einleitenden Worte von Maestro Lynch persönlich! Allen voran ist "The Grandmother" zu erwähnen, der in seiner Aussage und Schaffensweise bereits zeigt in welche abgründige düstere Welt wir geleitet werden sollen. Er zeigt aber auch sehr eindringlich die tiefen Sehnsüchte des Hauptprotagonisten (hier ein Junge in der Pubertät) und ihr Scheitern an der Realität! Insgesammt ist die Sammlung sehr Abwechslungsreich, gleicht doch kein Film dem anderen! Als da wären: Ein animiertes Kunstwerk "Six Men Getting Sick"; ein Kurzfilm über das Alphabet "the Alphabet" (eher nicht für Kinderaugen bestimmt); die Briefe einer Beinamputierten ("The Amputee"); die überaus gelungene Satire über das klischeehafte Leben eines Franzosen, im klischeebeladenen Wilden Westen von Amerika ("The Cowboy and the Frenchman") und als Krönung ein 55 sec. Film, mit der allerersten Kamera der Lumiere Brothers gedreht, nach der man sich wünscht es wären 55 Min. gewesen ("Lumiere")! Der Meister selbst leitet seine Filme kurz ein, in einfachem Englisch, ohne auszuschweifen und kleine Anektötchen aus seinem Leben preisgebend! Ein grandioser Beitrag nach mehr als 40 Jahren Schaffensphase!

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Twin Peaks - Fire Walk with Me
mit Sheryl Lee, Kyle MacLachlan, Moira Kelly, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 16,99 EUR 14,99
Erscheinungsdatum: April 2007
Amazon.de-Verkaufsrang 2411
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Nettes Follow-up zur Serie
Die Serie lässt einen ja ziemlich frustriert zurück da so viele Dinge nicht geklärt sind. Die meisten Ungereimtheiten werden auch in diesem Film nicht aufgelöst aber zumindest ein kleiner Teil. Für Fans der Serie denke ich ein Muss.

Als Twin Pekas Fan muss man sowas haben
Gehört auch zur Ausstattung eines Twin Peaks Fans , alelrdings nciht so Gut wie die kompletten Serien



Twin Peaks
Ich habe mir alle Folgen angeschaut und der Film rundet das ganze ab. Allerdings rate ich dazu, sich im Internet auf den Fanseiten noch ergänzend über die Symboliken zu informieren. Das muss zwar nicht unbedingt sein, führt aber zu einigen Aha- Effekten. War zumindest bei mir so.



Was für eine Befriedigung...
Es wundert mich in keinster Weise, dass die Filmkritiker damals in Cannes mehr als nur aufgebracht waren, als "Fire Walk With Me" dort uraufgeführt wurde.

Für Neuankömmlinge in Twin Peaks oder gar für Leute, die bisher noch nichts von dem verschlafenen Ort nahe der kanadischen Grenze, ist dieser Film sicherlich mehr eine rätselhafte Tortur, als spannende Unterhaltung.

Andererseits denke ich ganz stark, dass "Fire Walk With Me" ein wirklich gelungener Abschluss für die viel zu kurze Serie ist. Ich will jetzt keinesfalls spoilern, aber mit "Fire Walk With Me" hat es David Lynch meineserachtens sehr gekonnt geschafft, dem oder der ewig-fragenden-und-unruhigen Twin Peaks SeherIn mehr oder weniger klare Ansätze auf einige der sehr brennenden Fragen zur Serie zu liefern. Und wie gesagt: Lynch bleibt sich dabei Gott-sei-Dank treu. Keine 100% "jeder muss es kapieren" Antworten - nur soviel Nebel wird gelüftet wie notwendig. Dazu eine große Prise typischem Twin Peaks Humors. Dazu noch ein Großteil der schon in der Serie aufgetretenen Stars. Und ein tolles Drehbuch mit ebenso tollen Dialogen.

Für Kenner und Fans, die die Serie jedenfalls zu schätzen wissen (zu welchen ich mich auch zähle) ist dieser Film jedenfalls eine reine Offenbarung und ist ein wirklich schöner Pluspunkt nach zwei sehr schönen, aber auch sehr offenen Staffeln Twin Peaks.

Für alle anderen: zuerst unbedingt die beiden Twin Peaks Staffeln anschauen. Dann erst - und dann aber richtig - "Fire Walk With Me" anschauen und genießen.

Achja, zur DVD: Das Bild ist sehr schön. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass der Film vom Kinopublikum und Verleih sehr, sehr stiefmütterlich behandelt wurde.
Der Ton lässt auch keine Kritik aufkommen - einzig und allein (wie hier schon so oft erwähnt) ist das Bonusmaterial mehr als nur mickrig. Man würde sich sovieles wünschen - so wenig ist dann schlussendlich drauf. Wenn aber die Gerüchte stimmen, dann ist in Bezug auf Twin Peaks auf DVD noch nicht alle Hoffnung verloren. Wie im Netz nachgeschlagen werden kann, soll es ja irgendwann mal ein französisches DVD-Release des Filmes geben mit zahlreichen, von Lynch selbst als relevant eingestuften ungesehenen Szenen geben...

"Twin Peaks: Fire walk with me" !
"Twin Peaks: Fire walk with me" wurde nach dem Ende der genialen TV-Serie "Twin Peaks" gedreht. Der Film ist ein Prequel zur Serie und zeigt uns sehr eindrucksvoll den Leidensweg der Laura Palmer. "Twin Peaks: Fire walk with me" trägt deutlich die Handschrift von David Lynch und bietet das, was seine Filme meistens auszeichnet - bizarre Szenen, sehr gut ausgewählte Schauspieler und eine unangenehme Intensität. Der Film ist eine sehr ordentliche Ergänzung zur Serie.

Wer noch nie etwas mit "Twin Peaks" zu tun hatte, wird es mit dem Film sehr schwer haben. Es fehlt zuviel Hintergrundwissen, um mit dem Film wirklich etwas anfangen zu können. Trotz einigen Auflösungen braucht es ein gewisses Maß an Kreativität, bis man als Nichtkenner der Serie den Film wenigstens etwas zu verstehen glaubt. Daher rate ich, sich erst einmal die Serie anzuschauen (was mit Sicherheit keiner bereuen wird) und sich anschließend den Film zu genehmigen (bitte keinesfalls in umgekehrter Reihenfolge).


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Wild at Heart
mit Nicolas Cage, Laura Dern, Harry Dean Stanton, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 8,99 EUR 8,99
(17 gebraucht ab EUR 3,08)
Erscheinungsdatum: Mai 2003
Amazon.de-Verkaufsrang 8057
Durchschnittliche Bewertung: 4.0 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Crazy in Love
"Wild at Heart" war mein erster David Lynch Film, den ich jetzt vor Kurzem gesehen habe. Die Geschichte um das Liebespärchen Sailor und Lula (basierend auf dem gleichnamigen Buch von Barry Gifford), die sich auf der Flucht von Lulas Mutter befinden, hat zugegebenermaßen Kultpotenzial. Lulas Mutter will Sailor mit allen Mitteln beseitigen. Die Gründe dafür werden dem Zuschauer nach und nach als Häppchen vorgeworfen, so dass sich die Hintergrundgeschichte mit der Laufzeit des Films entwickelt. Charakteristisch für einen Roadmovie, befinden sich Sailor und Lula auf einer Reise durch Amerika, die sie zu verschiedenen Orten und Personen führt. Dabei treffen sie auf die merkwürdigsten Figuren. Die meisten von ihnen sind ihnen aber nicht freundlich gesinnt. Das Bild dieser DVD ist recht positiv mit einigen wenigen Ausnahmen, die aber in Anbetracht des Alters von "Wild at Heart" zu verschmerzen sind. Nerviger ist hingegen die Synchronstimme von Nicolas Cage, der aber ansonsten eine gute Form macht. Geprägt ist "Wild at Heart", neben Rückblenden, auch von Sexszenen zwischen Sailor und Lula. Wenn "Natural Born Killers" ein LSD-Trip ist, so könnte man "Wild at Heart" als eine Marihuana-Reise bezeichnen. Für mich ein empfehlenswerter Film.

Nun zu dieser Collectors Edition: Sie enthält eine DVD mit einem gelungenen Bonusmaterial (Laufzeit ca. 70 min.) in einem schicken Pappschuber. Der Film ist nicht gekürzt, sondern nur leicht zensiert, da hier das amerikanische Master verwendet wurde. Bei der Kopfschussszene von Willem Dafoe alias Bobby Peru wurde das Bild etwas entschärft (siehe dazu schnittberichte.com). Also alles halb so schlimm und die Aufregung ist meiner Meinung übertrieben.

Ein wirklich "anderer" Lynch
Ich verzichte der Einfachkeit halber auf eine Inhaltzusammenfassung - das gabs hier schon genug und auch bei der Filmbeschreibung oben.

Eigentlich möchte ich nur sagen dass dieser Film fast die letzte Stelle in meiner Sammlung einnimmt (von 1?-Käufen vom Grabbeltisch mal abgesehen) - und nur weil ich es niemandem antun will verschenke ich ihn nicht einfach. Nicht mal zum Wegschmeissen ist diese DVD zu schade, dumm nur dass ich zuviel dafür ausgegeben habe.

Es gibt nur sehr wenig Filme die ich vorher abschalte - aber dieses Machwerk (dass so ganz und garnicht "Lynch" ist) ist einfach nur peinlich, absolut unerträglich und schlecht.

Wer allerdings auf ständiges Korpulieren, schlechte Dialoge, langweilige Story, unsymphatische Hauptdarsteller und nervtötende Dialoge steht soll hier zugreifen.



schräger film
lost highway und mulholand drive haben mich sehr begeistert und so habe ich mir weitere lynch filme angesehen: wild at heart ist sehr schräg und witzig, für meinen geschmack aber nicht mehr zeitgemäß. er steckt zu sehr in den 80er jahren. für manche fans verständlicherweise ein kultfilm... aber das ist eben geschmackssache, und für mich ist der schlechte geschmack etwas zuviel. interessant wars trotzdem, auch wenn ich nach 2/3 des film das ende herbeisehnte.

Definitiv CUT!!!
Neue David Lynch Fans sollten sich vom Marketinggeschwätz einiger DVD-Produzenten nicht beeindrucken lassen. Diese sogenannte Collectors-Edition ist definitiv gekürzt! David Lynch hat dieser kommerziellen Maßnahme zu keinem Zeitpunkt zugestimmt. Die berüchtigte Kopfschussszene war den amerikanischen Behörden schon immer ein Dorn im Auge und wurde zwecks Altersfreigabe entsprechend entschärft.

Nur die normale Ausgabe mit dem roten "Herz-Cover" ist dagegen in der Originalfassung zu bewundern! Die Abtastung ist übrigens auch besser als bei dieser Edition mit einem eher weichgezeichnetem Bild.

2 Sterne wegen den Extras, sonst keine Kaufempfehlung...

Vorsicht neue Auflage
Wer sich- wie ich- auf die bekannte schöne Papierschuber-Ausgabe gefreut hatte, wird wohl bitter enttäuscht werden. Es wird nur eine billige Amaray Neuauflage geliefert. Ich habe sie erst gar nicht aufgemacht und werde sie auch zurückschicken. Also Vorsicht, falls ihr auch auf die 'äußere Erscheinung' einer DVD wert legt. Der Film bekäme natürlich 5 Sterne, wobei ich die Bildqualität nicht überprüfen konnte - siehe andere Rezension. Da bleibe ich lieber bei meiner alten Auflage, obwohl ich mich schon auf die Extras gefreut hatte. Schade!

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Dune - Der Wüstenplanet in HD- Qualität
mit Francesca Annis, Jürgen Prochnow, Sting, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: EUR 10,47 EUR 8,99
(1 gebraucht ab EUR 7,89)
Erscheinungsdatum: Sept. 2009
Amazon.de-Verkaufsrang 2652
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
5 Kommentare:
Beste Umsetzung auf DVD
Dies ist meiner Meinung nach die beste Umsetzung auf DVD. Das Bild ist um einiges besser als auf meiner alten "Laser Paradise" DVD.
Die Farben sind prächtiger und ab und an kommt sogar ein HD ähnliches Feeling auf. Aber auch hier gibt es, besonders in dunklen Szenen, Schwächen. Der Ton ist auch etwas besser geworden. Wobei mir der 2.0 besser als der 5.1 Sound gefällt. Hier ist irgendwie alles kraftvoller und räumlicher. Was mir besonders negativ auffiel, die Sprache kommt oft sehr dumpf rüber und das "S" zischt unangenehm. Wer Englisch kann, sollte sich diese Version anhören. Diese Spur ist den beiden deutschen absolut überlegen.
Ich hatte überlegt, mir die Blu Ray zu kaufen. Doch ich denke, dass es sich vorerst wohl nicht lohnen wird. Alles in allem bin ich doch sehr zufrieden mit dieser Version und der Preis stimmt auch.

Film 5/5
Bild 4/5
Ton 3/5

hm ...
scheint der alte (erste) Film zu sein - hab ich als DVD - bin Fan vom Dune- Zyklus, also ist von mir keine realistische Meinung zu erwarten;
aber diese Version kenne ich nicht, obwohl sie gleich zu sein scheint, wie meine daheim ...

Zwei Dune Versionen
Der Anfang ist sehr delikat. Sie müssen wissen, wir schreiben das Jahr 2010...
Brauchen wir noch einen Dune Rezension? Ich werde mich mit keinem Wort auf die Vorgänger DVD-Versionen beziehen, da ich sie nicht gesehen habe, hatte nur die VHS-Version (ha!) und bin auch lange dabei geblieben.
Um die Kritikpunkte unten ins richtige Verhältnis zu setzen: Ich bin von diesem DVD-Pack sehr zufrieden.

1) Kinoversion.
Das Format ist 2,35:1 - toll.
Die Schärfe ist sehr gut, auch die Hell-Dunkel-Kontraste, alles ist gut zu erkennen.
Kritik: Mir erscheinen Kanten einen Tick überzeichnet. Die Dune Outdoor Szenen am Tag haben einen leichten Gelb-Ton den ich von der Kinofassung 1985 oder von alten Screenshots nicht kenne. Eine Korrektur um die Landschaft realistischer aussehen zu lassen? Ich habe mir nur den Originalton angehört: Alles ist deutlich aber auch hier habe ich den Eindruck, daß zugunsten der Deutlichkeit etwas übersteuert wurde. Auch die eher leisen Szenen klingen laut. Hier endet auch die Kritik, das Gesamterlebnis ist überzeugend - und der Film ist sowieso etwas besonderes.

2) TV-Version
Diese habe ich zum ersten mal gesehen.
Das Format ist nur 4:3 (bis auf den Vorspann, der Widescreen ist).
Die Bildqualität ist nicht sehr gut, die Schärfe schwankt oft von Szene zu Szene von ziemlich gut bis ziemlich schlecht. Der Ton ist nicht übersteuert, wie in der Kinoversion oben - ein kleines Plus. Die musikalische Begleitung ist neu abgemischt, und z.T. mit anderen Stücken, es wirkt etwas B-Movie-mäßig. Zwei Ekelszenen, der Herzstopfen auf Giedi-Prime und das Spucken auf Lady Jessica, sind herausgegeschnitten.
Jetzt zum Clou: Die TV-Version enthält Szenen, die gegenüber der Originalversion leicht verlängert sind. Dialoge wirken glaubwürdiger und Charaktere kommen etwas mehr zur Geltung. Zusätzlich gibt es etliche vom Kino unbekannte Szenen - für mich eine Bereicherung. Diese zusätzlichen Szenen bringen den Film ein bischen näher an die grandiose Vorlage von Frank Herbert. Aus filmischer Sicht finde ich die meisten neuen Szenen nicht sehr elegant. Doch ein paar dieser Szenen sind so gut, daß sie auch in der Kinoversion sehr gut passen würden. Wer weiß, vieleicht gibt es ja in ein paar Jahren noch eine neu geschnittene und abgemischte Version...




Die meiner meinung nach beste Version
Ganz wichtig diese version hat nicht die neue syncro, in welcher sogar die deutschen stimmen der deutschen schauspieler z.b jürgen prochnow, neu und relativ unpassend (furchtbar!) syncronisiert wurden.
Für mich der entscheidende kaufgrund
Und die günstigste variante ist es auch


Endlich eine menschenwürdige Edition.
Die bisherigen DVD-Ausgaben dieses Films waren von der Bildqualität absolut unterirdisch. Endlich hat man nun zumindest die Kinoversion (131 min) in guter und für heutige Ansprüche angemessener Qualität auch auf DVD und nicht nur auf Blu- Ray vorliegen. Das Bild hat sich durch die hier durchgeführte Aufarbeitung sehr verbessert, es ist zwar nicht herausragend, aber doch von guter Schärfe und mit sauberen Kontrasten.
Leider- und jetzt kommt der Haken- liegt auch hier die längere TV-Version (176 min.), die viele zusätzliche gute Szenen enthält, wieder nur in der 4:3 Vollbild-Fassung und NICHT in HD-Qualität vor. Der Ton ist nur teilweise auf Deutsch, das Bild weiterhin wabberig und milchig. Insbesondere die Hell-dunkel- Kontraste sind eine Katastrophe. Hier ist also alles wie gehabt. Als Extras sind Trailer, das Making-Of, Biographien und der Prolog enthalten.
Noch ein Wort zur Neuverfilmung: Diese kann man absolut vergessen, da sie größtenteils vor billigen Kulissen spielt und auch sonst extrem laienhaft wirkt. Lediglich die Handlung ist näher an der Buchvorlage.
Wem die TV-Fassung nicht wichtig ist, kann diese Edition guten Gewissens empfohlen werden. Ansonsten muss man sich damit abfinden, dass die Langfassung vorerst wieder nur in mangelhafter Qaulität vorliegt.

© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Eraserhead
, Regie: David Lynch
DVD bei Amazon: Kein Preis angegeben
(1 gebraucht ab EUR 57,00)
Erscheinungsdatum:
Durchschnittliche Bewertung: 4.5 von 5 Punkten
4 Kommentare:
Meine Nummer 1 unter den Schwarz/Weiß Filmen
Es wird im Vergleich zu den meisten anderen Filmen wenig geredet. Der Hauptinhalt könnte schnell wiedergegeben werden. Es gibt nicht grad viel Locations die man im Verlauf zu sehen bekommt und manche Szenen wirken unnötig lang gezogen. Wieso gebe ich dann die volle Punktzahl? Weil dies für mich einer der verstörendsten Filme ist die es gibt. Und nachdem ich schon so viele Gore/Folterfilme gesehen habe dachte ich es gibt nichts was mich noch wirklich mitreißen könnte. Damit lag ich falsch, doch ich wusste nicht das ich durch diesen Film diese Erkenntnis bekomme. Und das ohne größere Gewaltdarstellung!

Die perfekte Kombination aus Bild und Ton lassen einen unwohle Stimmung aufkommen. Durch den Kontext ist mir selbst die Szene mit den Hundewelpen + der Hundemutter im Film eher seltsam als niedlich vorgekommen. Die surreale Note zieht sich durch den ganzen Film hindurch.

Wenn sie dies Lesen mit der Überlegung sich den Film zuzulegen muss ich jedoch auch sagen: Der Film ist am besten für Personen mit der begabung der Interpretation geeignet. Denn diese ist an sehr vielen Stellen von nöten. Wenn man in Filmen lieber klar definierte Szenen hat die wenig Spielraum für eine Interpretation lassen, wird man in Eraserhead nur den Grundstein sehen bestückt mit anscheinend vielen sinnlosen Szenen die nur einen wtf(was zur Hölle) Effekt erzielen. Beginnt man jedoch zu Überlegen was der Regisseur mit der Darstellung bezwecken wollte sieht man manche Szenen (vorallem aber die Filmcharaktere!) mit ganz anderen Augen. Und genau das ist auch bei ausgestellten Kunstwerken möglich... und Eraserhead ist auch nichts anderes als ein Kunstwerk vom Künstler David Lynch.

PS: Ich kann empfehlen nach dem anschauen mit einer Suchmaschine nach "Eraserhead Interpretation" zu suchen. Es dürfte dazu eine sehr ausführlichen PDF Bericht geben der interessante Fakten zu dem Film nennt die mir selbst nicht aufgefallen sind. Alle Szenen wurden zerlegt durch Eigeninterpretation wiedergebeben. Auch die Charakterbeschreibung aller Personen im Film waren recht Lesenswert. So habe ich meine gewonnen Eindrücke entgegen gecheckt und auch ganz neue dazu gewonnen.

Eraserhead ist ...
... verstörend, tragisch, schwierig, gut.

Trotzdem möchte ich Niemandem raten, sich diesen Film anzusehen. Er ist zwar auf seine Art "perfekt", erzeugt aber eine entsetzliche Stimmung. Die Atmosphäre ist absolut bedrückend. "The night of the living dead" wirkt im Vergleich dazu wie eine federleichte Komödie.

"Eraserhead" ist Kunst, gehört aber keinesfalls in Kinderhände. Ja, meine "Kritik" mag ein wenig "wirr" daher kommen, aber ... Sorry, ich bin immer noch geschockt. Darauf haben mich weder "Twin Peaks" noch "Inland Empire" vorbereitet ...

sehr experimentell
Dieser Film ist sehr experimentell und surreal. Z.B. werden die wenigen Dialoge stark zeitlich gedehnt. Immerhin gibt es eine Handlung. Die oberflächliche Story wäre aber in fünf Sätzen erzählt (daher macht es keinen Sinn, etwas zu verraten), die Interpretation der Symbolik muss ohnehin jedem Zuschauer überlassen bleiben. Zumindest kann man verraten, dass der Film nicht eben Lust macht, ein Kind zu bekommen. Mir ist schleierhaft, warum die Produktion mehrere Jahre dauerte. Ich fand den Film über längere Strecken langweilig und war etwa in der Mitte des Films versucht, das Kino zu verlassen. Andere im Kino verspürten offenbar denselben Impuls und gaben ihm nach. Mir gefiel aber die intensive Stimmung. Zudem ist der Film so ungewöhnlich, dass er dafür drei Sterne verdient hat.

apokaliptisches Meisterwerk in schwarz/weiß
Andere Rezensionen geben ja schon hinreichend den Inhalt wieder und vondaher es sich erübrigt das gleiche nochmal wiederzugeben, meineserachtens eindeutig der beste Film von David Lynch
und somit alles was danach von ihn zu sehen ist locker in den Schatten stellt, die Dreharbeiten des Films beträchtliche 5 Jahre in Anspruch nahmen bis er fertig war, aus dem Interview auch zu entnehmen ist das für die ungewöhnlich hohe Qualität eines Erstling damals das Amerikanische Filminstitut mitbeitrug und bereitwillig Studios samt Einrichtung zur Verfügung stellte, der Film sich gänzlich von anderen dagewesenen Filmen unterscheidet, vorwiegend von der Tonspur und langsamen kamerafahrten lebt, auf alles Überflüssige wie Dialoge fast gänzlich verzichtet.
Eine neuartig einzigartige Welt erschafft, aus wörtlich zu nehmender Inovaität surrealer
bizzarer Einfälle und Atmosphere in Bild und Ton.

Grüße
Helmut

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